Virtuelle Realität und Haptik

Technologien und Methoden zur Darstellung Virtueller Realität verzeichnen in 
zahlreichen Anwendungsbereichen eine zunehmende Verbreitung. Von den 
menschlichen Wahrnehmungssinnen spielt für das Eintauchen in die künstliche
Welt neben Sehen und Hören auch das Tasten eine zentrale Rolle.
Während für visuelle und  auditorische Reize bereits vergleichsweise ausgereifte
Technologien existieren und zu relativ niedrigen Kosten auf dem Markt angeboten
werden, ist für haptische Darstellungen noch ein starkes Defizit festzustellen.
Zwar haben sich für die Bereitstellung von spürbaren Kräften (Force Feedback)
bereits technische Lösungen etabliert; die mit sehr viel mehr Freiheitsgraden
verbundene Darstellung der Festigkeit beim virtuellen Betasten ausgedehnter
Objekte befindet sich jedoch noch in einem Anfangsstadium der Entwicklung.
Dabei kommt dem Tasten vielfach eine besondere Bedeutung zu. So kann z.B.
ein Arzt mit Hilfe der Palpation krankhafte Veränderungen an Organen, wie etwa
Tumore, feststellen. Derartige Diagnosemethoden gehen allerdings in dem Maße
verloren, in dem minimalinvasive Operationstechniken Verbreitung finden.  
Durch die Detektion der Konsistenz von Gewebe im Körper und die virtuelle
Darstellung außerhalb des Körpers würde der Einsatz von Palpationsmethoden
wieder ermöglicht.
Die getrennte Erfassung, Speicherung und virtuelle Darstellung von Gewebe-
konsistenzen läßt sich ebenso für die Ferndiagnose in der Telemedizin, 
die Beurteilung von Gewebeveränderungen und für das Erlernen der Palpation
nutzen.
Neben der Medizintechnik werden für ein solches Verfahren vielfältige weitere
Applikationen erwartet.

Virtuelle Realität